Burn-out Syndrom

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Was ist das Burn-out Syndrom?

symptom-icon-1 KopieWenn tägliche Anforderungen des Lebens (beruflich und/oder privat) oder Spezialsituationen wie zum Beispiel die Angehörigenpflege die individuellen Kräfte übersteigen, Stressbewältigung nicht (mehr) optimal verläuft und ein Zustand des ständigen “Funktionieren-Müssens” vorhanden ist, entstehen die Symptome eines sogenannten emotionalen Erschöpfungszustandes bzw. Burnout Syndroms (Übersetzt: Ausgebrannt-sein). Es liegt hierbei dann zummeist eine hohe Diskrepanz zwischen dem eigenen Willen zu Erfolg und der tatsächlich zustande gebrachtem Leistungsgefühl vor (“Irgendwie bin ich fix und fertig.”). Es gibt “Überschneidungen” zwischen Burnout-Syndrom und Depressionen, biochemisch  kommt es zu Störungen im Serotoninstoffwechsels des Gehrirnes. Typische Symptome werden oft nicht richtig zugeordnet (gelegentlich auch von Ärzten) und unter Umständen als organische Erkrankung fehlgedeutet:

  • Schlafstörungen (oft erstes Anzeichen!)
  • Unklare Tagesmüdigkeit
  • Innere Unruhe
  • Reizbarkeit
  • Gedächtnis und Konzentrationsstörungen
  • Ängste
  • Soziale Rückzugstendenz
  • negative Grundeinstellung den Mitmenschen gegenüber (von Gleichgültigkeit über Zynismus, bis hin zu Aggressionen)
  • Rückzug von Aktivitäten und aus den persönlichen Beziehungsstrukturen
  • reduzierte  Belastbarkeit/Leistungsfähigkeit
  • Gefühl der Überforderung und/oder der fehlenden Anerkennung
  • Schuldgefühle
  • Körperliche Symptome wie: allgemeine Befindlichkeitsstörung, Verspannungen,Wirbelsäulenprobleme,gehäufte Kopfschmerzen, Magen-Darm Missempfindungen, u.U. auch Tinnitus/Hörsturz.

Wer ist besonders gefährdet?

Besonders gefährdet sind Menschen in der zweiten Lebenshälfte bzw. Angehörige helfender und pflegender Berufe, Lehrkräfte, Personen, welche ihr Selbstwertgefühl hauptsächlich über ihre Leistungen (für den Arbeitgeber, die Vereinigung, die Familie, usw.) definieren, Perfektionisten und Menschen mit übersteigertem Harmoniebedürfnis. Eine Überwindung dieser belastenden Lebenssituation ist nur durch eine bewusste Lebensumstellung und mittels fachlicher Hilfe (z.B. Coaching, Konfliktberatung, Lebensberatung, Psychotherapie) erreichbar.

Ziel aller Therapiemethoden ist die Wiederentdeckung des eigenen Lebenssinns. Die Patienten müssen lernen, Verantwortung auch einmal abzugeben, Zeitdruck abzubauen und realistische Ziele für sich selbst zu entdecken.

Wichtig für die Therapie

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  • Einschätzen der eigenen Situation
  • Stressbewältigung und Stressminderung/Abbau von Stressquellen
  • Erkennen von Belastungsfaktoren und Warnzeichen
  • Entwicklung von persönlichen Strategien zur Vermeidung von Burn-out-Attacken
  • Psychohygiene/Sorge um sich selbst
  • Eine medikamentöse Therapie mit antidepressiven Substanzen (den Serotoninstoffwechsel im Gehirn normalisierende Medikamente) steht nicht an erster Stelle, werden  jedoch bei ausgeprägter Symptomatik im Einzelfall eingesetzt.

Mit eigenen Kräften aus dem Teufelskreis eines Burnout-Syndroms herauszukommen ist schwierig bis unmöglich. Dabei besteht zusätzlich die Gefahr, dass ein Misserfolg der selbst gewählten Strategien die Burnout-Zustände verstärkt. Frühzeitige professionelle Hilfe ist gegenüber Selbsttherapie auf jeden Fall vorzuziehen und außerordentlich wichtig.

Neurologe Dr. Rainer Grass